Zwänge und Zwangsgedanken – mögliche Ursachen

Zwangsstörungen können den Alltag erheblich belasten. Die Seelsorge und Lebensberatung von Leben braucht Mut kann Sie begleiten und helfen, Zwänge zu überwinden.

Nahezu jeder Mensch pflegt eine Marotte. Sie prüfen vielleicht mehrmals vor dem Verlassen der Wohnung, ob Sie auch das Licht oder die Herdplatte ausgeschaltet, und ob Sie wirklich Ihre Wohnungstür verschlossen haben. Sie wollen ganz sicher gehen und kontrollieren lieber einmal mehr. Natürlich leiden Sie noch nicht unter einer Zwangsstörung. Sobald diese Handlungen jedoch einen erheblichen Teil Ihres Lebens bestimmen, könnten erste Anzeichen für Zwänge bzw. Zwangsverhalten vorliegen.

Zahlreiche Zwänge können so störend sein, dass es unmöglich wird, den Alltag zu bewältigen. Ein Putzzwang kann so beherrschend sein, dass der Betroffene keine Zeit mehr für andere Tätigkeiten hat. Unerträglich ist auch der Waschzwang. Eine unnatürliche Angst vor Verseuchung zwingt den Betroffenen, sich ständig die Hände zu waschen. Es gibt viele Erscheinungsformen von Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen. Wer unter Zwangsstörungen leidet, weiß zwar, dass seine immer wiederkehrenden Handlungen völlig unsinnig sind, ist jedoch nicht in der Lage, sein Verhalten aus eigener Kraft zu ändern. Zwangserkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen.

Zwangsstörungen und ihre Ursachen

Übertriebene Zwänge sind mit gesundem Menschverstand nicht zu erklären. Die Ursachen von Zwangsstörungen können in der Kindheit liegen. Kinder, deren Eltern zu hohe Erwartungen an ihre Sprösslinge stellten, sie ständig kritisierten, statt zu loben, können später kontrollsüchtig werden. Sie wollen alles richtig machen und entwickeln einen Hang zum Perfektionismus. Ebenso können überängstliche Eltern, die krampfhaft versuchen, alle Gefahren von ihren Kindern abzuwehren, den Nachwuchs zu unsicheren und unselbstständigen Menschen erziehen. Kinder mit geringem Selbstbewusstsein werden im Erwachsenenalter mitunter mit besonderen Belastungen nicht fertig. Sie entwickeln dann zu ihrem Schutz einen Kontrollzwang, der ihnen jedoch eine falsche Sicherheit gibt.

Eine Seelsorge und Lebensberatung kann eine professionelle Therapie begleiten.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist oft am besten dazu geeignet ist, Zwangserkrankungen zu heilen. Neben der Gesprächstherapie, in der den Patienten die Ursachen und die Funktionen ihrer Zwänge bewusst gemacht werden, setzen sie sich konkret mit ihrer Zwangsstörung auseinander. Im Beisein des Therapeuten werden sie mit den krankhaften Auswirkungen des Zwangs konfrontiert. Unter Waschzwang Leidende lernen durch diese „Exposition“, dass ihnen nichts passiert, wenn sie sich nicht die Hände waschen. Die negativen Gefühle, die Ängste, die sie sonst verspürten, wenn sie das Ritual nicht ausführten, verschwinden nach und nach.

Um in dieser Phase ein zweites Standbein aufzubauen, suchen viele Ratsuchende eine Begleitung in der Seelsorge und Lebensberatung. Ebenso kann es im Einzelfall sinnvoll sein eine Ehe- oder Familienberatung einzubeziehen. Darüber findet eine passende Ergänzung und Aufarbeitung z.B. der Herkunftsfamilie statt.

Gedanken zum Schluss:

Natürlich sind auch Christen vor Zwangserkrankungen nicht gefeit. Religiöse Menschen leiden besonders unter Schuldgefühlen. Aus Angst, Gott nicht zu gefallen, entwickeln sie beispielsweise Gebetsrituale, die einen erheblichen Teil des Tages ausfüllen. Sie hoffen, Gott damit gnädig stimmen zu können. Belastete Menschen von krankhaften Zwängen zu befreien, ist auch die Aufgabe der Seelsorge.

 

5 Antworten
  1. Lutz
    Lutz says:

    Guter Artikel. Gehört „zwanghaftes Kommentieren“auch dazu? 🙂 Aber im Ernst: Ich bin regelmäßig hier und lese die Artikel sehr gern. Vielen Dank.

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  2. Psychotherapie München
    Psychotherapie München says:

    Gerade die Expositionsbehandlung ist im Rahmen einer verhaltenstherapeutischen Psychotherapie die Methode der Wahl in der Behandlung von Zwangserkrankungen: allerdings wird hierfür vom Patienten einiges verlangt, nämlich sich mit den die Zwänge auslösenden Situationen direkt zu konfrontieren und dabei kein Vermeidungsverhalten zu zeigen. Neben anderen Methoden ist dies allerdings die erfolgsversprechendste und wird seit vielen Jahren sehr effektiv eingesetzt. Dies vielleicht noch als Ergänzung zu diesem sehr informativen Überblicksartikel!

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    • Redaktion
      Redaktion says:

      Hallo liebes Team „Psychotherapie München“,

      vielen Dank für den Kommentar. Wir erleben auch immer wieder, dass es keine „richtige“ sondern eher auf den Ratsuchenden angepasste Methode gibt. In diesem Sinne viele Grüße

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