Unter dem Begriff „Seelsorge“ verstehen wir eine Dienstleistung, die vonseiten der evangelischen und katholischen Kirche angeboten wird. Die Seelsorge gehört zum Aufgabenfeld eines Geistlichen und ist fest in die Gemeindearbeit integriert. Für den angehenden Pfarrer ist die Seelsorge ein Teilgebiet der praktischen Theologie. Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen suchen einen Seelsorger auf. Sie suchen Rat, Trost und Hilfe in einer geschützten Atmosphäre. Der Seelsorger ist an sein Schweigegelübde gebunden, nichts dringt an die Öffentlichkeit. Er sieht den Hilfesuchenden als ganzheitliches Geschöpf Gottes mit all seinen Fehlern und Schwächen, mit seinen Glaubenszweifeln aber auch mit seinen Stärken. Der Seelsorger wertet und verurteilt nicht.
Seelsorge ist jedoch nicht an die Institution Kirche gebunden. Außerhalb der Gemeinde kann ein Seelsorger in verschiedenen Einrichtungen tätig sein, in denen Menschen besonders viel Hilfe und Zuspruch benötigen. So gibt es beispielsweise die Krankenhausseelsorge, die Gefängnisseelsorge, die Militärseelsorge, die Notfallseelsorge und die Telefonseelsorge. Zu den Seelsorgern gehören nicht nur hauptamtliche Geistliche. Auch Diakone, Sozialarbeiter, Psychologen oder Psychotherapeuten können seelsorgerliche Dienste leisten. Engagierte Gemeindemitglieder erfüllen ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Besuchsdienst, in Seniorentagesstätten oder in der Familienhilfe. Auch das kann Seelsorge sein.