Die Schule ist heute kein Ort mehr, an dem ausschließlich Wissen vermittelt wird. Sie ist für viele Schüler und Schülerinnen eine Institution, in der in weitestem Sinne Erziehung stattfindet. Durch die Ganztagsschulen verbleiben die Kinder und Jugendlichen bis in den Nachmittag hinein in der Bildungseinrichtung. Hier erleben sie einen Großteil ihrer Freizeit, hier lernen sie ihre Freunde aber auch ihre Gegner kennen. In der Schule wird in großem Maße das Sozialverhalten geprägt. Sie ist ein Ort mit hohem Konfliktpotenzial, hervorgerufen vor allem durch die unterschiedliche soziale, religiöse, kulturelle und weltanschauliche Herkunft der Schülerinnen und Schüler.

Die evangelische und katholische Schulseelsorge ist eine wichtige Institution, die zwischen verschiedenen kulturellen Welten, Religionen und Lebensanschauungen vermittelnd tätig werden kann. Der Schulseelsorger ist für alle Schüler und Schülerinnen präsent. Vor allem ist er jedoch Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche christlichen Glaubens. Er hat ein offenes Ohr für junge Menschen mit all ihren Problemen, ihren Lebenszweifeln und Glaubensfragen. Neben der persönlichen Beratung, des Einsatzes in Krisensituationen, der Vermittlung zwischen Schülern, Lehrern und Eltern gehören die Organisation von Schulgottesdiensten und freizeitpädagogischen Maßnahmen, das Entwickeln und Durchführen verschiedener Projekte oder das Veranstalten schulinterner Feste zu den Aufgabenbereichen der Schulseelsorge. Der Schulseelsorger ist zwar auch sozialpädagogisch tätig, ist jedoch aufgrund seines kirchlichen Auftrags kein Schulsozialarbeiter.