Der Aufenthalt in einem Krankenhaus ist oft mit großen Ängsten und vielen Fragen verbunden:

  • Werde ich die schwere Operation überstehen? Wie lange habe ich mit meinem Krebs noch zu leben?
  • Wie werden meine Angehörigen mit meiner Krankheit fertig? Weder Ärzte noch das Krankenhauspersonal haben die Zeit noch die Fähigkeit, existenzielle Fragen hinreichend zu beantworten. Hier ist die Krankenhausseelsorge gefordert.

Krankenhausseelsorger werden im Auftrag der evangelischen und katholischen Kirche in allen Kliniken eingesetzt. In vielen Krankenhäusern gibt es eine 24-Stunden-Bereitschaft. So ist in Notfällen schnell ein Seelsorger erreichbar. Die Aufgaben der Krankenhausseelsorge sind sehr vielseitig. Die Seelsorger stehen den Patienten in kritischen Situationen zur Seite, sie spenden Trost, beten nach Wunsch mit ihnen und versuchen, neue Lebensperspektiven aufzuzeigen. Sie helfen den Angehörigen, mit der besonderen Situation besser umgehen zu können. Die Krankenhausseelsorger sind jedoch auch für das Personal ansprechbar. Wichtig sind die geistlichen Amtshandlungen, beispielsweise das Austeilen der Sakramente wie das Krankenabendmahl, die Nottaufe bei sterbenskranken Kindern und die Krankensalbung.
Viele Krankenhäuser unterhalten eigene Kapellen, in denen regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Hier werden auch Konzerte, Gesprächskreise und Vorträge veranstaltet. Eine wichtige Aufgabe der Krankenhausseelsorge ist die Schulung ehrenamtlicher Mitarbeiter. Ein Krankenhausseelsorger erfüllt ein schwieriges und besonders verantwortungsvolles Amt, das eine besondere Zusatzausbildung erfordert. Ständige Fortbildungen sind unerlässlich.