Winterdepressionen sind heilbar. Viel Licht und gute Gespräche helfen.

Die Winterdepression und ihre Heilungsmöglichkeiten

Der Winter ist eine Zeit, in der es an manchen Tagen überhaupt nicht richtig hell wird. Wir gehen im Dunklen zur Arbeit, sitzen bei künstlichem Licht am Schreibtisch und verlassen den Arbeitsplatz erst dann, wenn es draußen wieder dunkel geworden ist. Die Wintermonate verwöhnen uns wirklich nicht mit Sonnenstrahlen. Wir würden uns am liebsten in unserem Bett verkriechen, möchten uns in ein Tier verwandeln, das seinen Winterschlaf genießt. Aber leider wird kein Chef uns einen so langen Urlaub gewähren.

Dass wir uns an dunklen Tagen meist nicht so unternehmungslustig fühlen wie in hellen Frühlings- und Sommermonaten, ist ganz normal. Die Ursache liegt vor allem im Lichtmangel, der der Bildung von Serotonin, dem sogenannten Lusthormon, im Wege steht. Es gibt jedoch Menschen, die durch den Lichtmangel in den Wintermonaten erkranken. Sie werden depressiv. Sie leiden unter einer Winterdepression, die sehr ernst zu nehmen ist und behandelt werden sollte.

Wie lässt sich die Winterdepression beschreiben?

Wie sehr Menschen leiden, die an einer Depression erkrankt sind, wissen wir spätestens seit dem schrecklichen Freitod des Nationaltorwarts Robert Enke. Depressive leiden unter dauerhafter Niedergeschlagenheit und Lustlosigkeit. Sie verlieren oftmals jegliches Interesse gegenüber ihrer Umwelt, sogar gegenüber sich selbst. Zu den Symptomen einer Depression gehören unter anderem Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit und innere Leere. Die Kranken fühlen sich wertlos und wissen im schlimmsten Fall keinen anderen Weg, als sich selbst zu töten.

Wer an einer Winterdepression leidet, unterliegt zwar ähnlichen Symptomen, diese unterscheiden sich jedoch in zwei wichtigen Punkten. Statt sich vor Schlaflosigkeit im Bett zu wälzen, haben die Erkrankten ein übersteigertes Schlafbedürfnis. Und statt vor Appetitlosigkeit keinen Bissen herunterzubekommen, werden sie von Heißhunger auf Süßes und Kalorienreiches überfallen. Das erklärt die zusätzlichen Pfunde, die viele durch eine Frühjahrskur unbedingt wieder loswerden möchten. Von einer Winterdepression Betroffene haben jedoch die Gewähr, dass sich diese Krankheit mit Beginn der warmen Jahreszeiten wieder verabschiedet – wenn auch leider nur bis zum nächsten Spätherbst.

Was sind die Ursachen einer Winterdepression?

Wir unterliegen unserem Biorhythmus, der in der Regel unseren Tagesablauf bestimmt. Wir sind es gewohnt, nachts zu schlafen, in der Zeit, in der es dunkel ist und der Melatonin-Spiegel dafür sorgt, dass wir müde werden und uns Morpheus Armen anvertrauen. Das Melatonin hält uns jedoch im Winter nicht nur nachts, sondern auch morgens und oft während des ganzen Tages gefangen, weil es einfach nicht hell werden will. Die Folge: Viele Menschen kommen nicht in Gang, sind lustlos und träge. Im Frühjahr jedoch, wenn die Tage wieder länger werden, wenn uns die Sonnenstrahlen wachküssen, steigt der Serotoningehalt im Gehirn und die Winterdepression verschwindet. Die „Saisonal Abhängige Depression“ (SAD) können wir also als eine Lichtmangel-Depression bezeichnen, die jeweils in den Monaten November bis März etwa 400.000 Menschen plagt. Frauen sind vom sogenannten „Winterblues“ häufiger betroffen als Männer.

Wie kann die Winterdepression behandelt werden?

Es gibt einfache Methoden, die Symptome der Winterdepression zu minimieren. Um die Produktion von Serotonin im Gehirn anzukurbeln, brauchen Sie Licht. Es ist also wichtig, sich in den kalten und dunklen Monaten nicht in der Wohnung zu verkriechen. Gehen Sie bei Tageslicht selbst bei schlechtem Wetter mindestens eine Stunde lang hinaus an die frische Luft, machen Sie Spaziergänge oder unternehmen Sie eine Fahrradtour. Anstatt mit dem Auto durch den morgendlichen Verkehr zu schleichen, lassen Sie Ihren Wagen mal stehen und gehen Sie zu Fuß zur Arbeit. Vielleicht werden Sie jetzt einwenden: „Das ist leichter gesagt als getan, denn zu den Symptomen einer Depression gehört die Antriebsschwäche“. Dann bitten Sie doch einfach einen Freund, eine Freundin oder ein Familienmitglied, Sie auf Ihrem Spaziergang zu begleiten. Aber vielleicht überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund und gewöhnen sich an den täglichen Aufenthalt im Freien bei jedem Wetter. Der Serotonin-Gehalt wird sich deutlich erhöhen. Wetten?

Aber auch zu Hause können Sie viel gegen Ihre Winterdepression unternehmen. Bringen Sie Farbe in Ihre Wohnung durch leuchtende Blumensträuße, bunte Sofakissen und Decken. Gönnen Sie sich ein entspannendes Bad mit duftenden Aroma-Ölen und Ihrer Lieblingsmusik.
Auf chemische Antidepressiva sollten Sie bei einer Lichtmangeldepression verzichten, jedoch ist die Einnahme des pflanzlichen Heilmittels Johanniskraut sehr bewährt. Da dieses Mittel nicht sofort wirkt, sollten Sie es langfristig und hoch dosiert zu sich nehmen.

Die Lichttherapie – ein wirksames Mittel gegen die Winterdepression

Winterdepressionen sind heilbar. Viel Licht und gute Gespräche helfen.

Die Ursache für die Winterdepression ist, wie wir bereits lesen konnten, der Mangel natürlichen Lichts in den Wintermonaten. Als erfolgreiche Therapie hat sich inzwischen die Bestrahlung mit einem Lichttherapie-Gerät erwiesen. Dieses Licht mit 10.000 Lux ähnelt dem Sonnenlicht, erzeugt jedoch keine schädlichen UV-Strahlen. Der Patient sollte sich täglich eine halbe Stunde lang bestrahlen lassen. Die Augen sollen jedoch im Gegensatz zu Bräunungslampen nicht bedeckt sein, denn das Licht muss die Netzhaut erfassen, damit die Serotonin-Produktion über das Gehirn erfolgen kann. Am sichersten ist die Lichttherapie in einer Klinik oder bei einem Arzt. Unter ärztlicher Anleitung ist diese Therapie gegen die Winterdepression jedoch auch zu Hause durchführbar.
Die Winterdepression lässt sich durch viel Licht lindern oder gar heilen. Wie gut, dass gerade im tiefsten Winter das hellste Licht der Welt erstrahlt: Der Stern von Bethlehem zeigt zum neugeborenen Kind, zu Christus, dem Retter aller Menschen. Ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise der Lieben sollte auch ein Mittel gegen die Winterdepression sein.

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