Die Depression – Wege aus dem Dunkel

Die Depression ist eine psychische Krankheit, die ernst genommen werden muss. Sie gehört in die Hände eines Psychotherapeuten und eines erfahrenen Seelsorgers.

Am 10.11.2009 erschütterte eine Nachricht die Öffentlichkeit: Der Nationaltorwart Robert Enke hatte sich das Leben genommen. Niemand außer seiner Frau hatte bemerkt, dass er bereits seit längerer Zeit hochdepressiv war. Von nun an geriet die Depression als schwere psychische Erkrankung in den Fokus der Medien und wurde endlich ernst genommen.

Nahezu jeder von uns leidet im Laufe seines Lebens hin und wieder unter depressiven Verstimmungen. Der Partner oder die Partnerin hat uns verlassen, uns grämen finanzielle Engpässe, wir haben berufliche Probleme oder wir sind arbeitslos geworden. Es gibt viele Gründe, die uns vorübergehend aus dem Gleichgewicht werfen. Eine wirkliche Depression ist jedoch eine international anerkannte Krankheit, die unbehandelt fatale Folgen haben kann.

Die Depression und ihre Erscheinungsweisen

Die exogene oder reaktive Depression ist im Gegensatz zur endogenen Depression, für die Störungen des Gehirnstoffwechsels verantwortlich sind, am weitesten verbreitet. Sie entsteht in der Regel infolge konkreter, belastender Lebenssituationen. Ein psychisch stabiler Mensch kann sich selbst aus seiner Misere befreien, der Depressive wirkt hingegen wie gelähmt. Er verliert sein Selbstbewusstsein, gibt sich selbst die Schuld an seinen Schwierigkeiten. Er ist der festen Ansicht, aus seinem tiefen Loch nicht mehr herauszukommen. Notwendige Aggressionen, die seine verfahrene Situation ins Positive verändern könnten, wenden sich bei ihm nicht nach außen, sondern ins Innere. „Ich kann nichts, ich bin wertlos“, mit diesen quälenden Gedanken verharrt der Kranke in seiner Lethargie. Er vernachlässigt soziale Kontakte und vormals wichtige Interessen, zieht sich ganz in sich zurück und ist schließlich für niemanden mehr ansprechbar. Er ist seelisch tot, obwohl er lebt.

Die Depression und ihre Heilungsmöglichkeiten

Es macht keinen Sinn, einen Depressiven zu ermahnen, sich nicht so hängen zu lassen. Aufmunternde Worte, wie „Kopf hoch, es wird schon wieder“, sind bei einer Depression völlig deplatziert. Wirksam ist hingegen eine langfristige Behandlung durch einen Psychotherapeuten. Besonders hilfreich ist die Gesprächstherapie oder, bei tiefer sitzenden Krankheitsursachen, eine Psychoanalyse. Oftmals ist eine stationäre Behandlung erforderlich. Zusätzlich können bestimmte Medikamente, sogenannte Antidepressiva, den Zugang zum Patienten erleichtern.

Sehr hilfreich können darüber hinaus Gespräche mit einem Seelsorger sein. Da der Depressive oft unter großen Schuldgefühlen, mangelndem Selbstvertrauen bis hin zu Gefühlen der völligen Wertlosigkeit leidet, sollte er erfahren, dass Gott ihn liebt und ihn nicht als Versager betrachtet. In einem seelsorgerlichen Gespräch können die besonderen Stärken und Fähigkeiten des Kranken herausgearbeitet werden.

Ein tröstendes Schlusswort

Die Depression ist zwar eine schwere psychische Erkrankung, aber sie ist heilbar. Der Depressive findet nach einer guten Psychotherapie und aufbauenden seelsorgerlichen Gesprächen den Weg aus dem Dunkel seiner Seele ins Licht. Das Leben ist lebenswert.

 

1 Antwort
  1. Marina Teuscher
    Marina Teuscher says:

    Glücklicherweise habe ich an so etwas nie gelitten. Und ich glaube, dass Schwierigkeiten im Umgang mit einer Krebserkrankung (weil ich sicher war, ich würde es nie kriegen) jeden anderen auch treffen können. Deswegen ist es wichtig, dass das Thema auch in Verbindung mit Krebserkrankungen betrachtet wird. Wenn man in diesem Zusammenhang sich wieder neu ins berufliche Leben richtig zurückkämpfen muss, (eine Aussage kann ich derzeit aus rechtlichen Gründen hier nicht hinterlegen) ist das nicht zu unterschätzen. Viele Medikamente (Arimidex, Tamoxifen, Zoladex) wirken extrem auf die Psyche ein. Ich habe zwar seit zwölf Jahren keinen Partner, aber immer das Glück, dass Nachbarn da waren und gerade während der Chemo und ähnlichem aufgepasst haben. Ja, eine Krebserkrankung kann das Leben verändern. Ich bin heute ein erhebliches Stück weiter und bin verdammt dankbar, dass ich soviel Glück hatte. Jetzt lerne ich mich gerade damit zu arrangieren, dass ich nie wieder einen Partner an meiner Seite haben werde. Das Leben geht also immer wieder weiter, auch wenn man für die Männerwelt uninteressant ist. Meine Arbeit jedenfalls macht riesig Spaß, auch nach der Krebserkrankung. Aus der Nachsorge bin ich ja glücklicherweise seit Dezember 2011 endgültig entlassen. :)))))))))))))))))

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