Der Wert des Menschen

Der Wert des Menschen

In einer Leistungsgesellschaft wie der unsrigen definieren sich Wert und Selbstwert häufig aus den Beurteilungen anderer.

Wir sehen dies im Berufsleben, im Studium aber auch in den ganz alltäglichen Situationen, wo wir von der Bewertung durch andere abhängig sind. „Du hast den Wert deiner Leistung…“ daraus resultieren Druck und Anspannung:

  • Nur wenn ich genug leiste bin ich anerkannt
  • Ich erhalte nur die Wertschätzung auf Basis meiner Leistung
  • Wenn ich nicht mehr kann gerate ich in einen Abwärtsstrudel

Wie kann ich daraus entkommen?

Der Wert des Menschen

Es ist einfach schön, zu sehen, dass wir Menschen ein wertvolles Gut in Gottes Augen sind.

Dazu gab es heute in der Radiosendung „Anstöße“ des SWR 1 einen sehr interessanten Gedanken von Margarete Geissler, Wendelsheim, Ev. Kirche.

Einfach gesagt, Gott sieht den Menschen, was in ihm steckt, schaut auf das Herz und liebt uns von Beginn an. Dort zählt nicht die Leistung, das was wir erbracht haben, sondern die Person. Wie Eltern ihre Kinder lieben, vorbehaltlos und wertschätzend, so schaut Gott auf uns, begleitet und unterstützt, ermutigt und lässt uns nicht im Regen stehen.

Der Wert des Menschen

Der Wortlaut der Sendung ist hier nachzulesen:

„Andauernde Bewertung hinterlässt beim Selbstwertgefühl Spuren. Der Wert eines Menschen ist nicht in Noten auszudrücken. Für Gott steht deshalb der Wert jedes Menschen bereits vor allen Leistungen fest. Das macht stark.

Zeugnisnoten – ja oder nein? Nein – keine Noten! Jedenfalls nicht für die Lebensleistung!

Das könnte Martin Luther gesagt haben. Und damit ist er auch nach knapp 500 Jahren ganz aktuell.
Bei uns wird das ja auch immer wieder diskutiert – ob das denn wirklich sein muss mit den Zeugnisnoten. Und viele finden: ohne Noten würden die Schüler besser und mit mehr Begeisterung mitarbeiten. Aber trotzdem wird es bald Zeugnisse geben, jedenfalls hier in Rheinland-Pfalz.
Natürlich ist das auch aufregend, zu erfahren, wie man abgeschnitten hat. Wenn man gute Noten hat, ist das doch eine tolle Bestätigung.
Aber wie geht’s denen, die schlecht abschneiden? Ich jedenfalls war immer ziemlich geknickt. Eine schlechte Note habe ich auch immer als etwas erlebt, das etwas Schlechtes über mich als Person aussagt. Als ob ich weniger wert wäre.
Schließlich bin das doch ich, die da eine Leistung nicht gebracht, also versagt hat.

Das kann doch wohl nicht sein.
Das hat sich auch Luther gedacht. Und deshalb in die Bibel geschaut und dabei entdeckt: Seinen Wert braucht kein Mensch jemals zu beweisen, Leistung ist nicht entscheidend – der Wert des Menschen steht für Gott ganz unabhängig davon fest. Weil er die Menschen von Grund auf kennt und längst weiß, was in ihnen steckt. Und das ist viel mehr als man in Zahlen ausdrücken kann.
Deshalb spart er sich auch jede Bewertung. Weil er Mut machen will, sich frei von den Urteilen anderer zu entfalten. Seine wichtigste Rückmeldung an die Menschen lautet deshalb: Du bist liebenswert, so wie du bist.

Und das funktioniert. Da entdeckt zum Beispiel ein Lehrer seine Begabung zu schreiben. Die Paulus-Briefe werden später sogar zu echten „Bestsellern“. Und dass, obwohl seine Live-Auftritte angeblich nicht oft mit ‚sehr gut’ zu bewerten gewesen sind. Und auch der erfolglose Fischer Petrus wird schließlich Mitbegründer einer inzwischen weltweiten Organisation.
Toll! Da werden aus Versagergeschichten sogar noch Erfolgs-Stories!
Ja, stimmt. Aber der entscheidende Erfolg ist dabei, dass da Menschen verstanden haben: Auch wenn ich mal versage, darf ich mir was zutrauen, auch neu durchstarten. Denn mein Wert steht fest. Gottseidank. Ein Zeugnis wird daran nichts ändern. Bei Paulus und Petrus nicht.
Und bei Ihnen auch nicht.“

Und selbst die Bibel ist neben den angesprochenen Personen voll von Menschen, die geliebt sind, denen Gott beisteht und die ihren Wert besitzen, ganz unabhängig davon, wie sie sich verhalten. Eines der bekanntesten Beispiele ist sicher König David. Dessen Geschichte gespickt ist mit Fehltritten…

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