Der Weg Alfred Adlers

Biographie Alfred Adlers, der Begründer der Individualpsychologie

Alfred Adler, einer der wichtigsten Tiefenpsychologen der „Wiener Schule“ neben Sigmund Freud und Carl Gustav Jung, war der Begründer der Individualpsychologie. Seine humanistische Lehre findet sich heute in der kalten Welt des Egoismus und des Machtstrebens besonders in der seelsorgerlichen Psychotherapie wieder.

Alfred Adler – biographische Daten

Alfred Adler wurde am 7. Februar 1870 in Wien als drittes Kind des Getreidehändlers Leopold Adler und seiner Frau, Pauline Beer, geboren. Nach seinem Abitur im Jahre 1888 studierte er in Wien Medizin. Nach seiner Promotion im Jahre 1895 bildete er sich zunächst zum Augenarzt und anschließend zum Internisten und Neurologen weiter. Während seines Studiums wurde er Mitglied einer sozialistischen Studentengruppe, in der er die Russin Raissa Timofeyewna Epstein kennenlernte, die er 1897 heiratete. Nach seiner Tätigkeit als Augenarzt in einem Wiener Krankenhaus unterhielt er als Allgemeinmediziner eine eigene Praxis.

Der Beginn des individualpsychologischen Denkens

Im Laufe seiner medizinischen Tätigkeit erfuhr Alfred Adler, dass viele körperliche Krankheiten psychische Ursachen haben und daher mit konservativen Therapien nicht zu heilen waren. Aus diesem Grunde absolvierte er zusätzlich das Studium der Psychiatrie. Hier begegnete er dem Psychoanalytiker Sigmund Freud. Er beteiligte sich ab 1902 an dessen psychoanalytischem Diskussionszirkel, der „Mittwochsgesellschaft“. Unüberbrückbare Gegensätze, vor allem hinsichtlich der Sexualtheorie Freuds, führten schließlich zum Bruch Adlers mit dem berühmten Psychoanalytiker. Er verabschiedete sich von der Mittwochsgesellschaft und gründete im Jahre 1911 den „Verein für freie Psychoanalyse“, später „Verein für Individualpsychologie“ genannt. 1914 wurde er Mitbegründer der „Internationalen Zeitschrift für Individualpsychologie“.

Der Erste Weltkrieg bedeutete eine große Zäsur im Leben Alfred Adlers. Als Militärarzt an der russischen Front erlebte er hautnah die Brutalität eines Krieges. Als er dann anschließend in einem Kinderkrankenhaus die entsetzlichen Kriegsfolgen an unschuldigen Kindern behandeln musste, wurde ihm klar, dass nur eine grundlegende Erziehung zum sozialen Handeln die Menschheit verändern könnte. 1920 nahm er seine Tätigkeit als Dozent am Pädagogium in Wien auf. Es folgten ab 1924 zahlreiche Vortragsreisen, zunächst innerhalb Europas und schließlich in der ganzen Welt. Als sich die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten abzeichnete, wurde New York die neue Heimat Alfred Adlers. 1935 folgten seine Frau und seine Kinder. Am 28. Mai 1938 verstarb Adler während einer Vortragsreise in Aberdeen, Schottland.

Individualpsychologische Ansätze in der Seelsorge

In diesem Artikel wurde versucht, die wichtigsten Stationen im Leben Adlers aufzuzeigen. Er reicht jedoch nicht aus, die große Bedeutung dieses Psychotherapeuten und Wissenschaftlers für die heutige psychotherapeutische Praxis und die Seelsorge, Lebens- und Eheberatung deutlich werden zu lassen. Wenn Sie mehr über Alfred Adler und die Theorien der Individualpsychologie erfahren möchten, werfen Sie einen Blick auf unseren Seelsorge-Blog.

 

Artikelserie Alfred Adler und die Individualpsychologie

Alfred Adler und seine Theorien zur Individualpsychologie

Die Individualpsychologie in der Seelsorge

 

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